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Containern ist eher eine Art Sport

Containern löst kein Problem - das Problem ist, dass zu viele Lebensmittel hergestellt werden.

Frederik studiert an der Hochschule der Bildenden Künste Saar und geht mit seinem Film „Out of the Box“ im Juli 2017 in die Diplomprüfung. In der Filmklasse unter Prof. Sung-Hyung Cho sprießen jedes Jahr neue Filmprojekte aus dem Boden, allerdings bisher nur wenige Dokumentarfilme. Um so schöner, dass dieser Film nicht nur ein brisantes Thema bespricht sondern sogar von Saarland Medien gefördert wird. Dann schieß mal los: Wie kamst du zu deinem Projekt und wie hat es dich verändert?

Die Idee zum Film

Für den Kurs „From Disk till Dawn“ sollten wir etwas drehen, was bei Nacht spielt und da hatte ich die Idee mit einem Kumpel Containern zu gehen und so ne Art Porträt zu drehen. Ich hatte mich damals länger mit ihm darüber unterhalten, auch über Ernährung generell, da er sich vegan ernährt und das fand ich schon sehr interessant.

Daraus wurde zwar nichts aber meine Professorin fand die Idee gut, ich solle das mal im Hinterkopf behalten. Und als ich dann überlegt hab, was ich für mein Diplom machen soll, wollt ich keinen Spielfilm machen, weil das Thema Drehbuchschreiben zu kurz kommt an der HBK. Dann kam mir der Gedanke mit dem Containern noch malin den Sinn. Allein ne Nacht Containern fand ich dann aber zu wenig und hab mir dann überlegt, auf das komplette Thema Lebensmittelverschwendung einzugehen.

Frederik vor seinerm Kühlschrank

Das Thema Containern ist eher so ne Art Sport

Containern löst kein Problem - das Problem ist, dass zu viele Lebensmittel hergestellt werden. Wenn jemand Containern geht, macht er das heimlich und dann hat das Ganze nicht viel Aufmerksamkeit. Das hat mich so ein bisschen daran gestört. Ich finde es ok, wenn das Leute machen, aber es hat nichts Aufrüttelndes.

Die Supermärkte die das nicht wollen, sperren ihr Zeugs weg und benutzen Müllpressen, aus denen man nix rausholen kann - von daher dachte ich das alleine ändert jetzt nicht wirklich was an der Situation.

Sich regional und saisonal im Saarland zu ernähren würde allein vom Deckungsgrad her nicht gehen

Ich hatte so verschiedene Phasen, in denen ich dann erstmal so dachte: In Sachen Lebensmittel sind die Kriterien "regional" und "saisonal" das Wichtigste. Als ich dann im letzten November oder Dezember im Gespräch mit Christoph Bier war, sagte dieser, dass das theoretisch vom Deckungsgrad her auch gar nicht funktionieren würde im Saarland.

Es gibt im Saarland genau eine Fleischsorte, von der genug produziert wird, dass es für alle Saarländer reicht. Und ob das jetzt Bio und fair ist bezweifle ich mal. Man ist einfach so eingeschränkt wenn man sich regional und saisonal in Deutschland ernähren will - es fehlt einfach zu viel. Trotzdem finde ich die Idee gut.

Blumenkohl schneiden

Das ist genauso bei veganem Essen: ich finde nicht, dass man das strikt durchziehen muss, wenn man da nicht unbedingt voll Lust drauf hat. Trotzdem finde ich es gut wenn man vegande Ernährung mal ausprobiert und dabei merkt, was es noch an Lebensmitteln gibt, die man nicht so auf dem Radar hatte. Ich bin solchen Lebensstilen und Ansichten gegenüber aufgeschlossen, lehne sie nicht direkt ab, aber ich hinterfrage sie. Ich finde es gut, dass Menschen sich damit beschäftigen.

Anonym im Supermarkt

Man sollte auf jeden Fall mal ausprobieren, im Bioladen und auf dem Markt einzukaufen - es hatte für mich früher immer ne Hemmschwelle, auf dem Markt einzukaufen. Wenn ich an einem gestressten Tag umkommunikativer bin, geh ich lieber in den Supermarkt und red kein Wort mit irgendjemandem.

Frederik auf dem Markt

Gut mittlerweile hat sich ja auch das Angebot wirklich stark verbessert, ich kann aufn Markt auf dem Max-Ophülsplatz (100m entfernt) laufen, jeden Donnerstag. Da fällt mir auch auf, dass es immer viel mehr an alternativen Einkaufsmöglichkeiten gibt. Und das find ich schon gut, wenn man dafür sensibilisiert.

Essen wird zubereitet

Hähnchenschenkel für n Appel und n Ei

Wenn ich grad Geld hab geb ich auch mehr aus, weil der Lebensmitteleinkauf bei mir schon nen hohen Stellenwert hat. Dann kauf ich mir mal nen Biofisch, der schon deutlich teurer ist als einer im Discounter.

Aber wenn ich knapp bei Kasse bin und hab Bock auf Fisch, dann kauf ich den auch im Supermarkt. Was ich aber schon echt lang nicht mehr gemacht hab, ist mir im Lidl ein Stück Fleisch zu kaufen oder Hähnchenschenkel für n Appel und Ei.

Man sollte sich einfach bei bestimmten Sachen sagen, das kaufe ich einfach nicht. Und das ist zum Beispiel Fleisch im Discounter zu kaufen. Wenn ich mal keine Kohle hab als Student, dann hilft es auch mal zu sagen, jetzt leb ich mal n Monat vegan oder ne Woche oder 2 Tage und dadurch findet man viele Alternativen und dann ist es auch erträglicher zu sagen ok ich verzichte jetzt auf das Fleisch aufm Supermarkt und kauf mir dann seltener was aufm Bioladen oder in Biosupermärkten wo es ja auch nochmal bezahlbarer ist als in den kleinen Läden.

Beim kochen

Über den Tellerrand kucken

Ich koch gerne, hab immer gerne Sachen ausprobiert. Ich hab jetzt nicht die 5 Gerichte, die ich kochen kann und die es immer gibt, sondern ich probier neue Sachen aus. Dadurch komme ich auf ein Repertoire an Zutaten und Rezepten die ich kochen kann und dadurch hab ich - glaube ich -, ne ganz gute Basis um kreativ Lebensmittel zu kombinieren.

Bio-Kiste und Tiefkühlpizza

Eine Bio-Kiste hab ich bisher noch keine gehabt, aber ich habe mal Food-Assembly ausprobiert und da ist halt der Haken, du kaufst auf der Webseite und sagt dann du nimmst die große Biokiste für 12 Euro mit 4,5 Kilo Gemüse und du weißt nicht was drin ist.

Dann weißt du dann doch nicht direkt, was du daraus kochen sollst, dann fehlt dir irgendetwas und das find ich dann bisschen schwierig. Aber andererseits kann man sich auch drauf einlassen und sagen ok, ich nehme jetzt einfach diese Kiste und kauf sonst nichts an Gemüse und den Rest besorg ich dann woanders. Und du musst es abholen gehen. Ich bin dann eher der Fan: ich hab JETZT Bock was zu kochen und geh jetzt dafür einkaufen.

Wenn ich jetzt viel zu tun hab die Woche über kauf ich mir auch mal ne Tiefkühlpizza, da hab ich jetzt zum Beispiel auch ne gute Bio-Pizza gefunden. Ich brauche einfach manchmal ein paar Tage Ruhe und nach ner Arbeitsstrecke von 4 Tagen Dreh hab ich auch manchmal keine Lust zu kochen und ess dann doch mal Fertig-Gerichte oder geh dann eher raus essen.

Aber wenn Essen gehen und ich dann doch cool, dass z. B. das Kalinski, ne Currywurstbude in Saarbrücken, die Currywurst vom Bliesrind anbietet zum Beispiel oder die Burgerei auch von regionalen Erzeugern bezieht.